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Der Saarland-Impakt und die Diskussion, ob die Milchstraße aus Milch besteht

Beitrag von Prof. Dr. Dr. habil. Kord Ernstson, Universiät Würzburg (September 2026)

Ein früheres Zitat aus dem Apolda Blog lautet: „Ihr lieben Foren Mitglieder , ihr solltet gut aufpassen, wenn diese Forschungs Ergebnisse offiziell anerkannt werden, ist eine Überflutung des Marktes zu befürchten, auf Grund dessen unsere Sammlungen an Wert verlieren ! „

Das ist sicherlich eine aus absoluter Unkenntnis vom Impakt-Geschehen geborene Befürchtung.

Zu der jüngst extremen Häufung von Beiträgen in Blogs und Diskussionen in Foren über die Nichtexistenz eines Saarland-Impakts mit überwiegend grotesken Argumenten und teils persönlichen Beleidigungen kann nur mit dem Satz „Klug wie zwei Meter Feldweg“ (aus dem Wörterbuch der Dummheit) geantwortet werden.

Was Google Chrome KI dazu schreibt, macht die Sache nicht besser: „Eine Mischung aus engagierten Fachleuten und interessierten Laien, die sich gegenseitig bei Funden und Bestimmungen helfen.“ Und KI: Die Community setzt sich primär aus ambitionierten Privatsammlern, „Meteoritenjägern“ und Hobby-Geologen zusammen. Richtige akademische Geologen sind zwar vereinzelt als Mitglieder registriert.“

Fachleute und Geologen bei Apolda: Dazu passt sehr gut der anklickbare Artikel von der Webseite www.impaktstrukturen.de : Anklicken

In der Tat kommt sehr viel „Gegenwind“ zur Realität des Saarland-Impakts aus Reihen der Geologie. Das hängt sicherlich damitzusammen. dass den meisten Geologen die Fachgebiete der Impaktforschung absolut fremd sind mit teilweise extrem abstrusen Vorstellungen. Das wiederum wird gefördert durch unverständliche, absolute Ignorierung der deutschen neu entdeckten großen Impakt-Streufelder des Chiemgau-Impakts, des Niederrhein-Impakts und eben auch des Saarland-Impakts. Man kann in der Wissenschaft gegenteiliger Ansicht sein, die man dann aber auf wissenschaftlicher Augenhöhe publizieren muss. Das ist bei allen der genannten deutschen Impakte durchgehend unterblieben, wobei wir insbesondere auf die Berliner Impaktforschung (früher W.-U. Reimold), auf die Wiener Impaktforschung (C. Koeberl) und insbesomdere auch auf die Impaktforschung an der Freiburger Universität (T. Kenkmann) zielen.

Hier ist es weiterhin angebracht, einen früheren Beitrag des Autors auf dieser Webseite zum Apolda-Impaktblog anzuhängen, bei dem es sich nach Meinung des Autors lohnt, den Hintergründen der unbegreiflichen Impakt-Gegnerschaft auf den Grund zu gehen-

Kommentar

von Prof. Dr. Dr. habil. Kord Ernstson, Universiät Würzburg (2022)

— Die „Experten“, die sich im Apolda Internet-Blog  zum Saarland und anderen seit einiger Zeit nachgewiesenen Impakten (Chiemgau-Impakt, Niederrhein-Impakt) auslassen, sind ausgesprochene Wichtigtuer, wie sie das Internet leider in großer Zahl hervorbringt.

— Sie schreiben über Dinge, von denen sie nicht den Hauch einer Ahnung haben.

— Bei keinem der Schreiberlinge) erkennt man akademische oder sich sonstwie angeeignete Kenntnisse und Erfahrung in

… alles das die Basis für jegliche seriöse Impaktforschung und Diskussion zum Thema.

— Da „Apolda“ anscheinend ein Sammelbecken für Meteoriten-Sammler und -Händler ist, scheint unter Mitgliedern die Vorstellung zu bestehen, dass Meteoriten sammeln, handeln und begutachten auch dazu berechtigt, Impaktgesteine und Impaktprozesse zu beurteilen und Ansichten zu Beton sie befähigt, bei Impaktiten mitzureden.

— Vielleicht sind die meisten der „Apolda“-Diskutierer nicht der englischen Sprache mächtig, was aber überhaupt kein Vorwurf sein soll, aber vielleicht erklärt, dass die Dutzende von Publikationen, mit Peer-Review und auf bedeutenden internationalen Kongressen (Lunar and Planetary Science Conference LPSC in Houston (Texas), American Geophysical Union AGU in San Francisco, Planetary Crater Consortium) in englischer Sprache, sich dem Verständnis – sprachlich und damit sachlich – von „Apolda“ entziehen..

— Allerdings ist diese Internetseite zum Saarland-Impakt ja so umfangreich informativ, dass da auch keine Ausreden helfen, nicht informiert zu sein, zumal die Dinge ja durchaus allgemeinverständlich formuliert sind. 

— In der seriösen Wissenschaft ist es wesentlich und allgemein anerkannt, dass es Positionen und Gegenpositionen mit publizierten Schriften und Gegenschriften gibt, in denen Befunde und Gegenbefunde auf einigermaßen gleicher Augenhöhe erörtert werden. Wichtigtuer sollten die umfangreich publizierten, wissenschaftlich fundierten  Arbeiten zusammen mit international renommierten Forschern (Oxford Instruments Nanotechnologie, Zeiss Elektronenmikroskopie, Diamantlabor Russische Akademie der Wissenschaften und viele weiter) zu den Saarland-, Chiemgau- und Niederrhein-Impakten nehmen und eigene Untersuchungen zur Thematik durchführen und publizieren. Dann dürfen Sie statt nur unsäglich und dümmlich zu polemisieren (z.B. „Prof“ in Anführungsstrichen) mitreden.

— Die Wichtigtuer sollten erklären, warum Sie eine an der Universität Trier mit „sehr gut“ bewertete Diplomarbeit (Nico Berger) zu den geologisch-mineralogisch wichtigen Funden des Saarland-Impaktes, die vollständig im Internet publiziert ist, als nicht existent behandeln.

— Die Wichtigtuer müssen hier ja nur einige wenige Seiten „zurückblättern“, um zumindest die allerersten Anfänge zu lernen, was die seriöse Forschung zum Saarland-Impakt bedeutet und welche z.T. spektakulären Funde und Befunde bisher gemacht wurden.

— Die Wichtigtuer von „Apolda“ sollten bedenken, dass ihre Beiträge dafür sorgen, dass in der Region der Impakte von Nalbach/Saarlouis in der Bevölkerung und bei kommunalen Entscheidungsträgern Zweifel gesät werden, ob das denn mit der Impakt-Geschichte seine Richtigkeit hat. „Apolda“ muss sich dann dafür verantworten, wenn eines der spektakulärsten geologischen (und mittlerweile auch archäologischen) Szenarien vor Ort nicht weiter wahrgenommen wird. Aber „Mettmann“ ist ja nach eigenem Bekunden in Bayern ansässig und weit weg vom Saarland und von Nalbach/Saarlouis.

Belassen wir es hier dabei. Ein Psychologe würde die Attitüden von den Wichtigtuern vielleicht als Ausdruck von Minderwertigkeitskomplexen charakterisieren.

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Neuer Artikel zum Saarland-Impakt

Der Artikel ist in englischer Übersetzung auch auf den Wissenschaftsportalen Researchgate und Academia publiziert.

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Es kann immer wieder passieren …

Ähnliches Beispielbild NASA.

Sonntag, 8.3. 2026, ein Feuerball zieht über Frankreich, Belgien, die Niederlande und den Westen von Deutschland, und zumindest das Bruchstück eines Meteoriten schlägt in Koblenz in ein Haus ein. Ob und wieweit ein Streufeld weiterer Einschläge existiert, ist noch nicht bekannt.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, hier den Vortrag einzustellen, den Dr. Ulrich Siegel von der Universität Luxemburg dort 2021 gehalten hat. Der Vortrag resultiert aus einer mehrjährigen Zusammenarbeit zwischen der Uni Luxemburg und unseren Saarlouis/Nalbach-Impaktforschern und hat Niederschlag in gemeinsamen Publikationen gefunden.

Dr. Siegel hat seinen Vortrag an der Uni Luxemburg auf Englisch gehalten, den wir hier in einer Computer-Maschinenübersetzung bringen.

Vortrag

anklicken

PeerReview OpenAcces Artikel zum Saarland-Impakt

herunterladen:

Glass-like Carbon in the Nalbach/Saarlouis (Saarland, Germany) Proposed Touchdown Airburst Impact Event: Evidence of Shock Metamorphism of Organic Material.

Ulrich Siegel1 and Werner Müller2

 Airburst and Cratering Impacts. 2025. Vol. 3(1). DOI: 10.14293/ACI.2025.0005-

1 Department of Physics and Materials Science (DPHYMS), University of Luxembourg, Esch-sur-Alzette, GD of Luxembourg ( https://ror.org/036x5ad56)

2  Nalbach, Germany

E-mail: siegel.ulrich@ orange.fr ; edumueller@ t-online.de

Abstract

The Nalbach/Saarlouis (Saarland, Germany) meteorite impact strewn field has been established by two impact craters and larger clusters of smaller craters. Intense impact liquefaction features, widespread impact signature of strong shock metamorphism, impact melt rocks, impact glasses, polymictic breccias, breccia generations and shatter cones provide further evidence of impact events. The origin of pumice-like black foamy carbon-rich rocks found in this strewn field was investigated using SEM, EDS, XRD, and 14C analysis. Results of earlier investigations of the same type of pure carbon rocks in the Chiemgau impact crater strewn field and the now discovered Czech impact strewn fields revealed them as a foamy glass-like carbon modifications. For the first time, evidence about its origin from carbonized spruce wood could be demonstrated by discovering cellular micro-structures in incompletely molten parts of these rocks. Radiocarbon data analyses of the rocks disprove actual organic ages and suggest impact-modified 14C. Confusion with human-made artifacts can be excluded.

Zusammenfassung

Das Meteoriten-Einschlagsfeld von Nalbach/Saarlouis (Saarland, Deutschland) wurde durch zwei Einschlagskrater und größere Cluster kleinerer Krater identifiziert. Intensive Verflüssigungsmerkmale (Liquefaktion), weit verbreitete Spuren starker Schockmetamorphose, Impakt-Schmelzgestein, Impaktglas, polymiktische Brekzien, Brekziengenerationen und Shatter Cones liefern weitere Hinweise auf Einschlagereignisse. Die Herkunft der in diesem Streufeld gefundenen bimsartigen schwarzen, schaumigen, kohlenstoffreichen Gesteine wurde mittels SEM, EDS, XRD und 14C-Analyse untersucht. Ergebnisse früherer Untersuchungen derselben Art von reinen Kohlenstoffgesteinen im Chiemgau-Einschlagkrater-Streufeld und den nun entdeckten tschechischen Einschlagstreufeldern ergaben, dass es sich um schaumige, glasartige Kohlenstoffmodifikationen handelt. Durch die Entdeckung zellulärer Mikrostrukturen in unvollständig geschmolzenen Teilen dieser Gesteine konnte erstmals ein Hinweis auf ihren Ursprung aus verkohltem Fichtenholz nachgewiesen werden. Radiokarbondaten der Gesteine widerlegen ein organisches Alter und deuten auf impaktmodifiziertes 14C hin. Eine Verwechslung mit anthropogenen Artefakten kann ausgeschlossen werden.

Was die KI zum Saarland-Impakt sagt

Der Saarland-Impakt bezieht sich auf eine als Impaktstruktur identifizierte Region im Saarland, Deutschland, die durch zwei Krater, Nalbach und Saarlouis, gekennzeichnet ist. Diese Impaktstruktur wurde erst in den letzten Jahren entdeckt und erforscht und ist von besonderem Interesse, da sie Hinweise auf einen Meteoriteneinschlag mit starker Stoßwellenmetamorphose und weiteren typischen Impaktmerkmalen liefert. 

Die beiden Krater:

  • Nalbach-Krater: Ein kleinerer Krater mit einem Durchmesser von etwa 200 Metern.
  • Saarlouis-Krater: Ein größerer Krater mit einem Durchmesser von etwa 2,3 Kilometern, der auch als „Semi-Krater“ bezeichnet wird, da er teilweise erodiert ist. 

Bedeutung und Besonderheiten:

  • Die Krater sind nicht isoliert, sondern Teil eines größeren Streufelds, das durch das Auswurfmaterial des Einschlags entstanden ist. 
  • Die Funde von stark metamorph überprägten Gesteinen (Impaktite), darunter Impaktgläser, polymikte Brekzien und Schock-Shatter-Cones, deuten auf einen starken Impakt hin. 
  • Die Entdeckung von Impaktiten in Verbindung mit menschlichen Knochen unterhalb einer Kirche in Nalbach schließt menschliche oder industrielle Ursachen für die Gesteine aus. 
  • Die Untersuchung von carbonreichen, schaumartigen Gesteinen, die als „Glas-ähnliche Kohlenstoffe“ klassifiziert wurden, ergab, dass sie aus verkohlten Fichtenholzresten stammen, die durch den Impakt verändert wurden. 
  • Die Datierung der Gesteine mittels Radiokarbonmethode deutet auf eine Beeinflussung durch den Impakt hin, was die organischen Altersbestimmungen ungültig macht. 
  • Die Funde von Osbornit, einem sehr seltenen meteoritischen Mineral, in den Impaktgesteinen sind ebenfalls bemerkenswert. 

Forschungsstand:

  • Die Erforschung des Saarland-Impakts wird seit einigen Jahren intensiv betrieben, wobei regelmäßig Forschungsbeiträge auf internationalen Konferenzen wie der LPSC (Lunar & Planetary Science Conference) und der AGU (American Geophysical Union) vorgestellt werden.
  • Es gab auch öffentliche Veranstaltungen mit Vorträgen und Ausstellungen, um die Ergebnisse der Forschung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Saarland-Impakt ein wichtiges Beispiel für eine Impaktstruktur ist, das durch seine Krater, das Streufeld und die damit verbundenen Gesteine neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Meteoriteneinschlägen liefert. 

Saarland-Impakt: öffentlicher Vortrag Wallerfangen

Der öffentliche Vortrag von Prof. Dr. K. Ernstson in Wallerfangen vor nahezu 100 Zuhörern über den ausgedehnten großen Meteoriteneinschlag (Impakt) im Raum Saarlouis, die junge Geschichte und den gegenwärtigen Stand der geowissenschaftlichen Erforschung kann hier noch einmal anhand der Originalfolien als PDF-Datei der Präsentation nachverfolgt werden.

Anklicken des folgenden Links öffnet die Präsentation, die sich dann scrollen lässt.

Der folgende Link öffnet die Präsentation, die durch Scrollen verfolgt werden kann

Präsentation

Vortrag und Ausstellung Saarland-Impakt – Einladung

Der allgemeinverständliche Vortrag von Prof. Ernstson, der für eine anschließende Diskussion offen ist, widmet sich der Geschichte der Entdeckung und dem gegenwärtig neusten Stand der geologischen, mineralogisch-petrographischen, geochemischen und geophysikalischen Erforschung dieses für Deutschland ganz bemerkenswerten Impakt-Ereignisses. Die Sonderausstellung umfasst ein Dutzend sehr großformatiger Poster zum Thema Saarland-Impakt im Rahmen der internationalen Impaktforschung, sowie eine Präsentation in Vitrinen von „einschlägig“ charakteristischen Impaktgesteinen aus dem weitflächigen Saarland-Impaktareal in Gegenüberstellung zu Impaktiten aus vielen anderen Impakt-Strukturen weltweit.

Spinifex und der Saarland-Impakt

Die schwarze Impakt-Schicht von Nalbach und erste elektronenmikroskopische Analysen (REM-EDX)

Was ist Spinifex? Spinifex, nicht zu verwechseln mit den vor allem in Australien vorkommenden Süßgräsern, ist ein Begriff aus der Mineralogie. Spinifex-Gefüge bzw. Spinifex-Strukturen sind faserige, skelett-, nadel- bis lamellenartige Kristallformen, die beim Abschrecken von Gesteinsschmelzen entstehen. Ursprünglich in der Vulkanologie bei Komatiiten beschriebenes Gefüge, tritt der Begriff vermehrt auch bei der Beschreibung von Impakt-Schmelzgesteinen auf. Besonders signifikant ist ein Spinifex-Gefüge beim Abschrecken und der Rekristallisation von Karbonat-Schmelzen zu beobachten.

Spinifex-Gefüge von Schmelzgesteinen aus dem Rubielos de la Cérida Impaktbecken des multiplen Azuara Impaktereignisses in Spanien. Links Silikatschmelze mit Glasspherulen; mitte, rechts: Karbonatschmelze.

Mehr Spinifex-Gefüge werden u.a. von den Impakt-Strukturen von Rochechouart, Charlevoix, Paasselkä, Suvasvesi und interessanterweise bereits sehr früh vom Suevit des Nördlinger Rieskraters beschrieben.

Die schwarze Impaktschicht von Nalbach

Abb. 1. Der frische, von Werner Müller entdeckte Aufschluss in Nalbach.

Abb. 2. Nahaufnahme der Impakt-Schichtlagerung: die schwarze Schmelzgesteinsschicht über Diamiktit (grob unsortiertes Gemisch aus kantig gebrochenen und gerundeten Komponenten) über polymikter Impakt-Brekzie (Pfeile).

Proben für die Untersuchungen bei Carl Zeiss Microscopy GmbH, Oberkochen, (Dr. M. Hiltl).

Abb. 3. Etwas größere, leicht blasige Glaskomponente aus der schwarzen Schicht.

Abb. 4. Die feinkörnige Fraktion der Grundmasse der schwarzen Schicht.

Abb. 5. REM-Aufnahmen der Glasprobe mit Spinifex-Gefüge.

Abb. 6. REM-Aufnahme der feinkörnigen Grundmasse der schwarzen Impakt-Schicht (unten Ausschnittsvergrößerung). Bei einem Großteil der mikrometer-großen Partikel handelt es sich offensichtlich um abgeschreckte Gläser, worauf auch hier das charakteristische Spinifex-Gefüge hinweist.

Einige EDX-Elementanalysen und Spektren

Abb. 7. EDX-Element-Analyse für das Spektrum 4-Fenster (oben) der großen Glasprobe. Eine eindeutige Mineral-Zuordnung findet sich nicht, was bei einem Glas auch nicht verwundern muss. Am ehesten findet sich eine Zuordnung zu Wollastonit, also einem Calcium-Silikat CaSiO3, das im Kontakt Calcit – SiO2 entsteht. In diesem Fall könnten Calcium-Plätze durch Eisen, Aluminium, Magnesium, Kalium und Mangan ersetzt sein, was beim Wollastonit vorkomen kann (Wikipedia). Die Spektren 3 und 5 sind sehr ähnlich. – Spinifex-Wollastonit in Form des Hochtemperatur-Pseudowollastonits in einem partiell geschmolzenen alpinen Kieselkalk aus der Tüttensee-Impaktkatastrophenschicht des Chiemgau impaktes zeigt Abb. 8.

Abb. 8. Spinifex-Gefüge von Hochtemperatur-Pseudowollastonit in einem Kieselkalk-Schmelzgestein des Chiemgau-Impaktes.

Abb. 9. EDX-Spektrum eines Einzelkorns aus der Grundmasse. Die Zusammensetzung ist ähnlich der des größeren Glaspartikels (Abb. 7), also ganz grob in Richtung Wollastonit, bei dem Ca-Plätze durch andere Elemente ersetzt sind.

Abb. 10. Zwei Spektren (16, 17) von Partikeln aus der Grundmasse mit wiederum ähnlichem Elementbestand, aber stark angereichertem Eisen. Mineral-„Cocktail“ oder unbekannte Mischkristalle?

Weitere Untersuchungen werden folgen.

Eine allererste Interpretation auf dieser Basis fasst zusammen: Im relativ einheitlichen Elementbestand von ca. 20 EDX-Spektren dominieren Si, Ca, Fe und O mit meist wenigen Gewichtsprozenten von Mg, Al und Mn und Spuren anderer Elemente. An manchen Stellen stellt Fe das dominierende Element. Es könnte im Zusammenhang mit der deutlich erhöhten Magnetisierung der schwarzen Schicht zusammenhängen, ohne dass z.B. Magnetit, Wüstit oder Maghemit als magnetische Minerale in den Spekten direkt angsprochen werden können. Lässt man das Eisen außeracht, zielen die Analysen in Richtung Ca-Silikate, die beim Impakt aus einer Reaktion von Kalkstein mit quarzhaltigen Gesteinen (Muschelkalk – Buntsandstein?) in einer Art Wollastonit-Reaktion bei > 600°C entstanden. Dabei könnten auch auf den Ca-Plätzen des reinen Wollastonits die Elements Fe, Mg, Al, Mn eingebunden worden sein. Das ist noch sehr spekulativ und ist weiteren Untersuchungen vorbehalten.